AWO-Duisburg kritisiert die Neuregelung bei den Integrationskursen
Mütter werden vom Deutschunterricht in Zukunft praktisch ausgeschlossenDUISBURG (25.5.2010). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seine Richtlinien für die Förderung von Deutschkursen geändert. Die AWO-Duisburg kritisiert, dass die neuen Vorgaben vor allem junge Frauen mit Kindern, die vielfach freiwillig einen Sprachkurs besuchen, benachteiligt.
Das Bundesamt schreibt den neuen Klassen vor, dass sie mindestens 15 Stunden pro Woche Unterricht erhalten. Diese gut gemeinte Neuregelung gehe an der Lebenswelt der Frauen vorbei. „Die Mütter werden in Zukunft praktisch von den Deutschkursen ausgeschlossen“, so Dr. Petra Schimanski, Leiterin des Bereichs Bildung bei der AWO-Duisburg. Sie fordert eine flexiblere, elternfreundlichere Regelung.
Gerade Frauen mit Kindern können nicht zusätzliche Wochenstunden für die Sprachkurse aufbringen, denn sie sind in Erziehungsaufgaben und den Haushalt eingebunden. Sie müssten sich zudem an die Zeiten halten, die Schule oder Kindergarten vorgeben, so Dr. Petra Schimanski weiter. Die Richtlinien des Bundesamtes lassen die unglückliche Situation entstehen, dass die Eltern länger in der Schule sind als die Kinder. Frau Dr. Schimanski fürchtet, dass deshalb diese Kurse mangels Beteiligung nicht mehr zustande kommen. „Die Mütter werden ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen“, erklärt sie. „Das ist besonders schade, weil wir hier freiwillige Teilnehmerinnen haben, die motiviert sind, mit Freude Deutsch lernen und sich gerade mit Blick auf Integration ihrer Kinder besonders anstrengen“, sagt Frau Dr. Schimanski. Die neuen Regeln gefährden nun gerade diese positive Entwicklung im Bereich der Integration.
Auf Antrag ist es zwar möglich, die Deutschkurse auf zwölf Wochenstunden zu verkürzen, dies erfordere aber erstens einen hohen Verwaltungsaufwand und komme den Frauen nur bedingt entgegen, so die Leiterin des Bereichs. Die AWO-Duisburg bietet ihre Kurse direkt in den Stadtteilen, meist in Klassenräumen von Schulen und Kindergärten an. Bereits jetzt erfordere es ein hohes Maß an Absprachen, um solche Räume zu bekommen. „Wenn wir 15 Stunden in einer Schule belegen, wird das mitunter unmöglich sein“, sagt Frau Dr. Schimanski. Dies sei keineswegs die Schuld der Schulleiter, die sich in der Regel sehr bemühen, die Integrationskurse der AWO-Duisburg zu unterstützen. Frau Dr. Schimanski: „Sie sehen, dass auch die Schule von einem solchen Angebot profitiert.“
Zusätzlich zu den Unterrichtseinheiten hat die Duisburger AWO auch eine Kinderbetreuung angeboten damit die Mütter mit kleineren Kindern ohne Ablenkung Deutsch lernen können. „Das bedeutet dann, dass wir bei mindestens 15 Stunden zusätzliche Räume und zusätzliches Personal benötigen. Das können weder die Schulen noch wir leisten“, so die Abteilungsleiterin.
Die AWO-Duisburg bietet derzeit 42 Integrationskurse an und ist die zweitgrößte Einrichtung dieser Art in Duisburg. 25 Kurse werden vorwiegend von Frauen besucht und finden meist am Vormittag statt.
Weitere Informationen:
AWO-Duisburg e. V.
Abteilung Begegnung-Bildung-Kultur
Frau Dr. Petra Schimanski
Abteilungsleiterin
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