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Bundesamt für Integration grenzt lernwillige Mütter aus

DUISBURG (12.08.2010). Die AWO-Duisburg spricht sich gegen die neue Kontingentregelung des Bundesamts für Integration aus. „Mütter, die freiwillig Deutsch lernen wollen, werden durch die neuen Vorgaben von unseren Kursen praktisch ausgeschlossen“, sagt Dr. Petra Schimanski, Leiterin des Bereichs Bildung bei AWO-Duisburg. Das wolle und könne man so nicht hinnehmen, denn die Behinderungen träfen vor allem die hoch motivierten Schlüsselpersonen im Integrationsprozess.  Aufgrund der Finanznot hat das Bundesamt während der Sommerferien eine dreimonatige Sperrfrist für eine bereits bewilligte Teilnahme an den Deutschkursen zur Integration von Zuwanderern ausgesprochen. Hinzu kommt, dass für diese Gruppe die Aufnahme in einen Kurs an Bedingungen geknüpft ist. 

Bruch der Koalitionsvereinbarung
Wolfgang Krause, Geschäftsführer der AWO-Duisburg, sieht die Änderungen im Widerspruch zu den Koalitionsvereinbarungen. „Da hat man sich auf eine besondere Förderung von Frauen mit Kindern bei der Integration verständigt. Nun grenzt es gerade die Mütter durch die Vorgaben immer mehr aus“, so Krause.Diese oft jungen Frauen, die sich für Deutschkurse interessieren, haben nach seiner Einschätzung zunächst kaum noch eine Chance auf Sprachunterricht.   

Frauen mit Kindern unter drei Jahren bescheinigt das Bundesamt zwar eine besondere Integrationsbedürftigkeit, nicht aber, wenn die Kinder bereits im Kindergarten oder in der Schule sind. Zuvor hatte die Behörde bereits festgelegt, dass die Kurse mindestens 15 Wochenstunden umfassen müssen. „Dabei hat man aber die Lebenswelt der Mütter, die sich um die Familie kümmern müssen, nicht berücksichtigt“, erläutert Frau Dr. Schimanski. Und: Gerade diese Gruppe ist besonders lernwillig, denn sie wollen ihren Kindern die Integration erleichtern. 

Einrichtung neuer Kurse ist ungewiss
Die AWO-Duisburg bietet derzeit 42 Integrationskurse an und ist die zweitgrößte Einrichtung dieser Art in Duisburg. 25 Kurse werden vorwiegend von Müttern besucht, die sich freiwillig angemeldet haben, um ihre Kinder beim Start in die Bildungskarriere unterstützen zu können. Der Verband ist unter anderem in Stadt- und Ortsteilen mit einem hohen Migrantenanteil aktiv. Dazu gehören Homberg-Hocheide, Hamborn, Marxloh und Hochfeld. Der Wohlfahrtsverband kooperiert dabei mit den Grundschulen im Stadtteil und findet Unterstützung durch die jeweiligen Schulleiter.

Ob hier neue Kurse angeboten werden können, ist jetzt ungewiss.Nachteile müssen auch die Zuwanderer fürchten, die durch die ARGE oder die Ausländerbehörde verpflichtet sind, an Deutschkursen teilzunehmen. „Wenn wir freiwillige Lerner nicht aufnehmen können, dann wird es voraussichtlich länger dauern, bis wir einen neuen Kurs mit einer sinnvollen Teilnehmerzahl starten können“, beschreibt die Leiterin des Bereichs die Situation. In der Folge wird es dazu kommen, dass Menschen mit Migrantionsgeschichte zwar die Pflicht und das Recht haben, Deutsch zu lernen. Aber diese Pflicht besteht dann nur auf dem Papier.
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