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Für den Normalfall vorsorgen

2011-09-22 - wilma katzinskiDUISBURG (07.12.2011). "Pflege wird zum Normalfall", so titelte die Rheinische Post zum Pflegereport der Barmer/GEK. Eine Neuordnung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, mit dem die jeweiligen Pflegestufen und damit auch die Zuschüsse der Pflegekassen ermittelt werden, ist bereits - noch unveröffentlicht - ins Gerede gekommen.

Wenn Demenz mit einbezogen wird, was dringend notwendig ist, aber kein anderer Pflegebedürftiger dadurch schlechter gestellt werden soll, brauchen wir ca. 3 Milliarden Euro mehr in den Kassen. Mit der geplanten Beitragserhöhung um 0,1 Prozentpunkte kommen wir aber nur auf 1 Milliarde Euro Mehreinnahmen.

Alle wollen im Alter gut versorgt sein, aber keiner will vorsorgen. Eine politische Lösung scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Was können wir trotzdem tun? "Die geringe Bereitschaft, sich mit seiner wahrscheinlichen Pflegebedürftigkeit im Alter auseinanderzusetzen, erleben wir bereits in unseren Beratungs- und Begegnungszentren", sagt Wilma Katzinski (Foto). Geschäftsführerin der AWOcura.

"Es gibt viele Leistungen, wie z. B. Zuschüsse für Menschen mit Demenz, unabhängig von einer Pflegestufe, die von weniger als 50% der Betroffenen in Anspruch genommen werden." Neue oder  besser angepasste Strategien sind zu entwickeln, damit der Normalfall finanzierbar bleibt. Wilma Katzinski weiter: "Dazu gehört die Vermeidung oder zumindest Verzögerung eines Heimeinzugs durch geeignete Hilfen: ambulante Unterstützungsmöglichkeiten, barrierefreies Wohnen, ein Hausnotrufgerät, das für schnelle Hilfe sorgt, Haushaltshilfen oder unser ehrenamtlicher Besuchsdienst."

Das alles kostet wenig und hat für die Zukunft eine große Wirkung. Ältere Menschen können länger selbstständig in der eigenen Wohnung leben. Die Sozialversicherung spart Geld, und die Beitragszahler werden entlastet. Viele dieser Hilfen und Angebote sind bereits vorhanden oder entstehen derzeit. Der Strategiewechsel besteht auch in einer verbesserten Information und in einem Wandel des Bewusstseins.

Entscheidend ist, dass sich jeder auf den "Normalfall Pflege" einstellt und vorsorgt. Das kostet nicht mehr als ein wenig Zeit, denn die Seniorenberatung und Pflegevermittlung der AWO-Duisburg berät kostenlos.

Telefon: 0203 3095-432 oder 442,  E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder www.awocura.de.
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