AWO-Kutschfahrt durch Meiderich zeigt: Integration dauert, aber sie kommt ans Ziel

AWO-Kutschfahrt durch Meiderich zeigt: Integration dauert, aber sie kommt ans Ziel

DUISBURG (13.09.2018). Den bundesweiten Aktionstag am Donnerstag, 20. September, nutzen die Migrationsfachdienste der Duisburger Wohlfahrtsverbände zu einem Protest mit Sinnbildcharakter.

Weil der Bund die Finanzierung verweigert, droht Zuwanderinnen und Zuwanderern der Beratungsnotstand. Um darauf hinzuweisen, dass Integration lange dauert, veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (AG Verbände), zu der auch die AWO-Duisburg gehört, eine gemächliche Kutschfahrt über die Emscherstraße in Meiderich.

Joachim Krauß (Foto), Arbeitsgruppenleiter bei der AWO-Integration, macht deutlich, was es mit der entschleunigten Form des Widerstands auf sich hat: „Jedem soll ins Auge springen: Integration gelingt nicht im Eiltempo. Aber sie kommt ans Ziel. Die Voraussetzung dafür: Die Räder müssen gut geschmiert sein, und der Wagen darf nicht zusammenbrechen.“

Genau diesen Mangel an Wartung aber fürchten die Fachleute. Hintergrund dafür ist ein Etikettenwechsel. Als besonderes viele geflüchtete Menschen nach Deutschland kamen, stellten die Verbände, auch mit Hilfe öffentlicher Finanzierung, entsprechende Beraterinnen und Berater ein. Viele Flüchtlinge sind inzwischen anerkannt. Das bedeutet, dass sie nun als Migranten geführt werden. Weil es aber weniger Flüchtlinge gibt, hat der Staat die Unterstützung und damit die Stellen gestrichen. Die Beratungsangebote für Migranten, deren Zahl zugenommen hat, wurden jedoch nicht erhöht.

Diese Situation trifft nicht allein Flüchtlinge, sondern alle Zuwanderinnen und Zuwanderer, die Hilfe bei der Integration in Duisburg bedürfen. Denn die Beratungsstellen werden nicht mehr, dafür aber die Zahl der Ratsuchenden. „Stehen Zuwanderer in Duisburg bald vor verschlossener Tür, wenn sie Hilfe beim Jobcenter, Begleitung zum Einwohnermeldeamt oder einen Dolmetscher für den Mietvertrag brauchen?“ Diese Frage stellt die AG Verbände am bundesweiten Aktionstag. Die Fachleute aus den Wohlfahrtsverbänden beklagen: „Der Bund lässt uns und damit die Ratsuchenden mit einer unzureichenden Finanzierung am ausgestreckten Arm verhungern. Integration kann so nicht gelingen.“

Die Kutschfahrt durch Meiderich soll ein Zeichen für den Protest setzen. Um 10 Uhr treffen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Migrationsfachdienste auf dem AWO-Ingenhammshof. Dann wird angespannt und im Planwagen-Tempo geht es nach Norden.

Joachim Krauß: „Eine Kutsche auf der Hauptstraße fällt auf. Genau das wollen wir: Wir wollen für unser Anliegen Aufmerksamkeit gewinnen.“

Bereits drei Tage vor dem eigentlichen Aktionstag knipst die AG Verbände einen ersten Scheinwerfer an, um das Problem ins Licht zu setzen. Am Montag, 17. September 2018, um 13 Uhr, besucht die SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas das Regenbogenhaus der Diakonie in Rheinhausen. Sie will sich ein Bild davon machen, wie effektive Hilfe für Familien vor Ort funktioniert und woran es mangelt. Ali Babursah und seine Mitstreiterinnen aus der Beratungsstelle werden deutlich machen, dass es mit guten Worten nicht getan ist und ohne mehr Geld aus Berlin nicht läuft.

Die Wohlfahrtsverbände in Duisburg hoffen, dass sie mit ihrem Anliegen nicht nur offene Ohren finden, sondern auch in den bevorstehenden Beratungen zum Bundeshaushalt 2019 die Einsicht auslösen: Ohne deutlich mehr Personal geht es einfach nicht. Mit genügend Argumenten dafür haben die Verbände die Duisburger Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir ausgestattet.

In der Arbeitsgemeinschaft der Verbände engagieren sich die AWO-Duisburg, die Caritas, die Diakonie, die Jüdische Gemeinde, die Paritäten und das Rote Kreuz. 

 

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