AWOcura: Strukturmodell zur Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation

AWOcura: Strukturmodell zur Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation

DUISBURG (12.09.2018). Die AWOcura hat mit einem neuen Strukturmodell den bürokratischen Aufwand in ihren Seniorenzentren verringert. Damit mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben bleibt: die Pflege und Betreuung der Bewohner.

Eine Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigt: Das neue Verfahren zeigt eine positive Wirkung. 

Mehr als 71 Prozent der Pflegekräfte in den fünf AWOcura-Häusern fühlen sich durch die Neuregelung entlastet. Knapp 64 Prozent bestätigen, dass sich der Zeitaufwand für die Dokumentation (stark) verringert hat. Über 83 Prozent empfinden den neuen Ablaufplan für die Pflegeplanung als hilfreich. An der Befragung nahmen 177 AWOcura-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teil.

Johannes Wimmer (Foto), Qualitätsmanagementbeauftragter bei der AWOcura, zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Befragung. „Wir haben mit dem neuen Strukturmodell bestimmte Ziele verfolgt. Dazu gehörte die Entlastung und Motivation durch die Umstellung auf eine schlanke Pflegedokumentation. Wir wollten den Umfang an Daten deutlich reduzieren. Zugleich gilt es, die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten und den Standard bei der Versorgung zu erhöhen. Die Befragung zeigt, dass die große Mehrheit in unseren Teams genau dies so für sich empfindet.“ 

Johannes Wimmer hatte das neue Modell zunächst in den AWOcura-Seniorenzentren Lene Reklat in Rheinhausen und Ernst Ermert in Duissern erprobt. Danach wurde es ebenfalls in den AWOcura-Seniorenzentren Im Schlenk und Vierlinden sowie im Wohndorf Laar übernommen. Die Umsetzung erfolgte von Mai 2016 bis Januar 2018. Inzwischen ist das Modell geübte Praxis.

Johannes Wimmer: „Die Grundprinzipien der vereinfachten Pflegedokumentation sind so simpel wie logisch: In der Pflege und Betreuung werden nur Ereignisse beziehungsweise Leistungen dokumentiert, die von der Planung abweichen. Es muss also nicht mehr erfasst werden: „Frau Müller geduscht“. Stattdessen muss eingetragen werden, wenn die Bewohnerin ausnahmsweise nicht geduscht wurde. Zum Beispiel, weil sie keine Lust auf Duschen hatte oder sich nicht wohl fühlte.

Der Erfolg hing maßgeblich von der Begleitung und der Weiterbildung des Pflegepersonals ab. Die AWOcura hat in die Schulung erfolgreich investiert. Das Modell trägt dann zudem zu einer höheren Arbeitszufriedenheit bei. Fragt man Pflegekräfte, was sie an ihrem Beruf besonders anstrengend finden, dann steht der große Aufwand für Dokumentationen ganz vorn auf der Liste.

Bei der Umsetzung ging es zugleich nicht allein darum, die Pflegekräfte zu entlasten. Johannes Wimmer macht deutlich, dass das Strukturmodell auch den Bewohnerinnen und Bewohner zugutekommt: „Die Pflegekräfte können sich nun intensiver mit dem Tagesablauf der älteren Menschen befassen.“ Unser Credo lautet: Gute Pflege braucht Zeit. Wir wollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen, diese Zeit zu bekommen.“

Das vom ehemaligen Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, initiierte Projekt soll bundesweit umgesetzt werden. Die AWOcura bietet mit ihren bereits praxiserfahrenen Mitarbeitern in der AWO-Akademie Fortbildungen für andere Pflegeeinrichtungen an, die sich auch auf den Weg der Entbürokratisierung machen wollen

Weitere Informationen: Johannes Wimmer, Telefon: 02065 302-208.

 

 

Zurück zur Übersicht

Kontaktformular:

Sie benötigen Hilfe, haben Fragen oder Anregungen? Wir antworten umgehend.

Kontakt

AWO-Duisburg
Geschäftsstelle
Kuhlenwall 8
47051 Duisburg

Tel.: 0203 3095-531
Fax: 0203 3095-539
info@awo-duisburg.de