Erstes Jahr AWO-Spitze: 1 Jahr - 3 Fragen - 4 Persönlichkeiten

Erstes Jahr AWO-Spitze: 1 Jahr - 3 Fragen - 4 Persönlichkeiten

DUISBURG (26.08.2021). Im Jahr 2020 wechselten vier Führungskräfte in Spitzenpositionen mehrerer Gesellschaften der AWO-Duisburg. Wir haben sie gefragt, womit sie zu kämpfen hatten, was sie bewegen konnten und wie das zweite Jahr aussehen wird.

Bettina Vootz und Michael Harnischmacher,
Prokuristin und Geschäftsführer der AWOcura gGmbH seit dem 01.08.2020:

Neben ihrer Funktion als Leiterin des Geschäftsbereichs Seniorenzentren übernahm Bettina Vootz im vergangenen Jahr auch die Prokura für die AWOcura gGmbH, zu der unter anderem die fünf Seniorenzentren der AWO gehören. Michael Harnischmacher ist bereits seit 1997 bei der AWO. Vor einem Jahr übernahm er nach 15 Jahren Prokura die Geschäftsführung der AWOcura und sah sich direkt der größten Aufgabe seiner gesamten Berufslaufbahn gegenüber.

Was waren die größten Herausforderungen in Ihrem ersten Jahr?

Bettina Vootz: Corona hat unseren Alltag bestimmt und tut es immer noch. In den ersten Monaten, in denen wir in vier Senioreneinrichtungen Infektionsausbrüche hatten, bestand unsere hauptsächliche Arbeit darin, unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie unsere Beschäftigten zu schützen und letztere auch mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Situation hat alle an eine nie dagewesene Belastungsgrenze gebracht.

Michael Harnischmacher: Trotz aller Erfahrung ist man auf eine Situation wie die Corona-Pandemie nicht vorbereitet. Alle gewohnten Parameter in den Abläufen der Arbeit zählen plötzlich nicht mehr. Als größte Herausforderungen meines ersten Jahres als Geschäftsführer habe ich die Planung und Sicherstellung der Infektionsschutzmaßnahmen empfunden, den Umgang mit den betriebswirtschaftlichen Folgen der Pandemie und die Organisation der groß angelegten Impfaktionen in unseren Häusern. Dank der sehr guten Zusammenarbeit haben wir als AWO es so früh und schnell wie kaum eine andere Organisation geschafft, die Bewohnerinnen und Bewohner und sowie Beschäftigten unserer Pflegezentren durchzuimpfen.

Was war Ihr größter Erfolg?

Bettina Vootz:  Die oben geschilderte Situation mit all ihren Herausforderungen zu meistern - und zwar im Team. Die jahrelange, vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit auf Leitungsebene - dazu gehören die Heimleitungen, Geschäftsbereichsleitungen und Geschäftsführung - hat sich bewährt.

Michael Harnischmacher:  Unser größter Erfolg ist, dass wir das Infektionsgeschehen in unseren Häusern stoppen und somit viel weiteres Leid verhindern konnten. Wichtig zu erwähnen finde ich auch, dass wir es geschafft haben, wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben. Dazu haben wir die Refinanzierung durch den Pflegerettungsschirm benötigt, da auf der einen Seite unsere Ausgaben durch die Schutzmaßnahmen stark gestiegen sind, auf der anderen Seite die geringere Auslastung unserer Einrichtungen zu weniger Erlösen geführt hat. Unsere Mühen haben sich gelohnt: wir haben nun wieder einen geregelteren Alltag, der allen gut tut.

Wie sehen Ihre Pläne für das zweite Jahr aus?

Bettina Vootz: Ganz klar: nach vorne schauen! Es kommt eine Pflegereform auf uns zu und hier gilt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Eine persönliche Herzensangelegenheit von mir sind die Konzeptionierung und der Aufbau der ambulant betreuten Demenz-Wohngemeinschaften in den Neubauprojekten Laar und Rheinhausen.

Michael Harnischmacher: Eine weitere Stabilisierung der Lage steht an erster Stelle. Daneben werden wir uns in Zukunft baulich und konzeptionell weiterentwickeln. Außerdem möchten wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken, indem wir mit unseren Azubis unseren eigenen Nachwuchs heranbilden und ihnen eine gute Zukunft bieten.

 

Dirk Franke,
seit dem 01.06.2020 Geschäftsführer der AWO-Integrations gGmbH:

Seit fast 30 Jahren ist Dirk Franke für die AWO tätig. Seit einem Jahr leitet er die Geschicke der AWO-Integration, zu der unter anderem der AWO-Ingenhammshof, der Bauspielplatz, die Schuldnerberatung, Integrationsagenturen und die erzieherischen Hilfen der AWO Duisburg gehören. Das gesamte Team umfasst rund 100 fest angestellte und ca. 50 freiberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Was waren die größten Herausforderungen in Ihrem ersten Jahr als Geschäftsführer der AWO-Integration?

Dirk Franke: Der Start meiner Tätigkeit fiel direkt in die erste Zeit der Corona-Pandemie. Es war sehr herausfordernd, für alle Bereiche unserer Arbeit corona-konforme Strukturen und individuelle Hygienevorschriften zu erarbeiten.

Viele Einrichtungen in der AWO-Integration können nicht einfach geschlossen werden, da das Wohl der von uns betreuten Menschen direkt davon abhängt. Natürlich hat der Selbstschutz in einer solchen Pandemiezeit Vorrang, aber wir haben alles darangesetzt, die Arbeit für unsere Mitarbeitenden so sicher wie möglich zu gestalten. Leider musste ich erfahren, dass Beschäftigte z. B. in der Jugendhilfe in der Impf-Priorisierung nicht bedacht wurden und erst sehr spät ein entsprechendes Angebot bekamen. Ich hätte mir gewünscht, dass hier ähnlich wie beim Pflegepersonal verfahren worden wäre, da auch sie in direktem Kontakt mit vielen Menschen standen.

Was war Ihr größter Erfolg?

Dirk Franke: In erster Linie, dass wir es geschafft haben, in vielen Bereichen unsere Arbeit weiterzuführen. Zudem bin ich sehr dankbar, dass keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter ernsthaft erkrankt ist. Auf staatliche Hilfen und Kurzarbeit konnten wir glücklicherweise verzichten. Natürlich ist es schwierig, manche Bereiche ohne jegliche Einnahmen weiter zu bewirtschaften. Ich denke da an den Lernbauernhof Ingenhammshof, der lange geschlossen war. Wir haben es geschafft, den Betrieb aufrecht zu erhalten und mussten uns von keinem einzigen Tier trennen. Auch das sehe ich als Erfolg an.

Wie sehen Ihre Pläne für das zweite Jahr aus?

Dirk Franke: Ich möchte mit meinem Team endlich wieder mehr Zeit für pädagogische Planung haben. Die ganzen Maßnahmen und Vorschriften rund um Corona waren in den letzten 12 Monaten sehr zeitintensiv und haben unsere Pläne und Projektentwicklungen stark ausgebremst. Ich wünsche mir sehr, dass wir in meinem zweiten Jahr mehr Raum für unsere eigentliche Arbeit haben und Corona nicht mehr allgegenwärtig ist.

 

Hartmut Ploum,
Geschäftsführer der AWOcasa GmbH seit dem 01.07.2020:

Nach neun Jahren im AWO-Vorstand und langer beruflicher Tätigkeit in der Baubranche trat Hartmut Ploum im vergangenen Jahr seine Stellung als Geschäftsführer der AWO-Tochter AWOcasa GmbH an. Er ist für die umfangreichen Bauprojekte der AWO im Duisburger Stadtgebiet federführend verantwortlich.

Was waren die größten Herausforderungen in Ihrem ersten Jahr als Geschäftsführer der AWOcasa?

Hartmut Ploum: Nachdem ich meine Arbeit aufgenommen hatte, mussten drei Großprojekte aus der Taufe gehoben werden. Das ist zum einen der Neubau in Duisburg-Laar direkt neben dem Wohndorf. Dort entsteht ein Gebäude mit Senioren-Wohnungen. Ich freue mich sehr über den in diesem Monat erfolgten Spatenstich. Ein ähnliches Projekt planen wir für Rheinhausen, das wird sogar noch etwas umfangreicher vom Platzangebot. Und das dritte Bauvorhaben wird die neue AWO-Zentrale auf dem Pulverweg sein, die bis 2023 realisiert wird. Neben allen anderen Aufgaben waren diese drei Projekte die größte und spannendste Herausforderung in meinem ersten Jahr bei der AWOcasa.

Was war Ihr größter Erfolg?

Hartmut Ploum:  Es ist gelungen, die Gebäude so zu planen, dass die Darlehen aus dem KfW-Förderprogramm optimiert eingesetzt werden können. Dadurch sind wir in der Lage, überdurchschnittlich energieeffizient und ökologisch zu bauen bei gleichzeitig angemessenem wirtschaftlichem Aufwand. Das wird ein doppelter Vorteil für unsere Mieter sein.

Wie sehen Ihre Pläne für das zweite Jahr aus?

Hartmut Ploum: Bauen – bauen – bauen! Die ersten Bauphasen der großen Projekte stehen bevor und werden mich in meinem zweiten Dienstjahr bei der AWOcasa voll einnehmen. Ich freue mich auf diese spannende Zeit.

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