Hauswirtschafterin Christine Kolassa: „Mein zweites Zuhause“ – seit 25 Jahren!

Hauswirtschafterin Christine Kolassa: „Mein zweites Zuhause“ – seit 25 Jahren!

DUISBURG (24.06.2020). Wie alles begann? Mit Putzen und Einräumen! So erinnern sich die Pflegehelferin Petra Wolfseher und die Hauswirtschafterin Christine Kolassa an den 1. Juni 1995, den ersten offiziellen Arbeitstag im AWOcura-Seniorenzentrum Ernst Ermert in Duissern.

Gemeinsam mit drei weiteren Kolleginnen aus der AWOcura-Pflege, Silke Nellesen-Overwien, Nicole Kreissig (Foto rechts oben) und Dagmar Frind (Foto rechts unten), sind sie von Anfang und immer noch im AWO-Haus auf der Wintgensstraße dabei.

Wie denn alles jetzt so ist, möchte man von den beiden „Gründungsmitgliedern“ Petra Wolfseher (Foto rechts mittig) und Christine Kolassa (Foto links) wissen? Noch mehr putzen, darf die Antwort lauten.

Hygiene wurde bei uns schon immer groß geschrieben. In den Zeiten von Corona ist es aber noch einmal besonders“, sagt Christine Kolassa und gibt auch gleich ein Beispiel: Wenn die Wagen mit dem Essen für die Bewohnerinnen und Bewohner wieder zurück in die Küche kommen, werden gleich alle Griffe desinfiziert.“

Abstand halten, das gilt auch für die Plätze am Herd, sagt die Mitarbeiterin der Serva. Ohne Mundschutz gehe sowieso nichts. Das berichtet auch die Pflegehelferin Petra Wolfseher, wenn sie von ihrem Alltag im Haus erzählt. Dass die Besuchsregelungen gelockert werden, freut sie. „Viele unserer Seniorinnen und Senioren haben darunter gelitten, dass ihre Angehörigen so gar nicht zu ihnen kommen konnten“, berichtet die Pflegehelferin.   

Der Kampf gegen das Virus überschattet die Geburtstagslaune: 25 Jahre wird das erste Seniorenzentrum in diesen Tagen alt. „Dass gefeiert wurde, davon habe ich nichts mitbekommen“, sagt Petra Wolfseher. Kann ja auch nicht. Das geplante Jubiläums-Sommerfest fiel wegen der Besonderheiten dieser Tage aus. Daran ist die Mitarbeiterin im Wohnbereich 2 in gewisser Weise gewöhnt.

Einzug mit Verzögerung

Als der damalige Ministerpräsident Johannes Rau das große Haus mit 96 Einzel-Apartments und 24 Doppelzimmern eröffnete, war sie auch nicht dabei. „Damals habe ich noch im Nachtdienst gearbeitet. Als ich zu meinem Dienst gekommen bin, war schon alles vorbei“, erinnert sie sich.

Immerhin, im September war bereits Leben im Haus. „Als wir damals am 1. Juni angefangen haben, da waren wir noch mit den Vorbereitungen beschäftigt. Wir haben geputzt und eingeräumt. Die ersten Bewohner kamen erst einige Wochen später.“

Auch Christine Kolassa berichtet von den ersten geschäftigen Tagen im neuen Job. Eine Bekannte von ihr habe sich in der Pflege beworben. Sie als Köchin suchte ebenfalls eine Anstellung.

Zu den ersten Aufgaben gehörte es, den Froster zu putzen. „Der war noch gar nicht in Betrieb“, sagt die Frau für die Hauswirtschaft. Die Wände habe sie geputzt. Das ging ganz gut. Bei der Decke aber musste sie passen. „Die war zwei Meter hoch und ich zu klein. Eine Leiter gab es nicht“, auch das ist in Erinnerung geblieben. Und dass ein groß gewachsener Kollege kam, der die Decke dann sauber gemacht habe.

Petra Wolfseher hat eine andere Gründungsgeschichte parat: „Das Haus war so groß. Das war ich gar nicht gewöhnt. Am Anfang habe ich mich immer ein bisschen verlaufen.“

Fünf Häuser – eine Küche

Die Frage, was sich verändert habe in 25 Jahren, beantworten die beiden Frauen sehr unterschiedlich. Christine Kolassa erzählt davon, dass die Großküche im Jubiläumshaus inzwischen weit mehr zu tun habe. Von der Wintgensstraße aus versorgen die Serva-Köche auch die vier weiteren AWOcura-Seniorenzentren in Duisburg. 500 Essen kommen da pro Mahlzeit frisch auf den Tisch.

Petra Wolfseher beschreibt den Unterschied zu früher anders. „Damals hatten wir mehr Bewohnerinnen und Bewohner, die noch nicht so pflegebedürftig waren. Heute leben viele Menschen bei uns, die bettlägerig sind oder demenziell verändert“, erklärt sie. Die stationäre Pflege hat sich nicht allein im AWOcura-Seniorenzentrum Ernst Ermert auf diese Weise verändert. Die Entwicklung ist allgemein. Wer aber den Weg über 25 Jahre begleitet, nimmt diesen Prozess deutlicher wahr.

Den Menschen nahe sein

Was beide verbindet, sie machen ihre Arbeit gern: „Würde ich sonst hier seit 25 Jahren arbeiten?“, meint Petra Wolfseher mit einem Schmunzeln. Sie kann dieses Argument untermauern. Aus Straelen reist sie jeden Tag an. „Ich hatte deshalb schon mal überlegt zu wechseln. Ich habe mich entschieden, zu bleiben. Man kennt halt seine Leute“, fügt sie hinzu.

Und damit sind nicht nur die Kolleginnen und Kollegen gemeint. Die Seniorinnen und Senioren sind ihr ebenfalls ans Herz gewachsen. „Die Grundpflege gehört zu meinen Aufgaben. Da kommt man den Menschen schon sehr nahe“, erklärt die Pflegekraft, die, wie das Haus, ein Jubiläums-Jahr feiern kann.

Christine Kolassa hat es deutlich näher zur Arbeit. Sie fährt aus der Innenstadt mit dem Fahrrad zu ihrem Seniorenzentrum. Das darf man sagen, weil sie es selbst so sagt: „Es macht mir Spaß, hier zu arbeiten. Das ist mein zweites Zuhause.“ Seit nunmehr 25 Jahren!    

 

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