Ein Interview: Veysel Keser ist seit einem Jahr alleiniger AWO-Geschäftsführer

Ein Interview: Veysel Keser ist seit einem Jahr alleiniger AWO-Geschäftsführer

DUISBURG (04.10.2019). Veysel Keser führt seit einem Jahr die AWO-Duisburg. Nachdem er sich ab dem 1. April 2018 die Aufgabe als Geschäftsführer mit Wolfgang Krause geteilt hatte, startete er Ende September zum „Alleinflug“. Im Interview hebt er dabei darauf ab, dass der Erfolg der Duisburger AWO eine Teamleistung ist.


Wie haben Sie den ersten Jahrestag gefeiert?
 

Veysel Keser: Ehrlich gesagt, wir haben da gar nichts gemacht. Es war nicht die Zeit dafür. Wir hatten die große AWO-Party in der Mercatorhalle vor der Brust. Wir hatten Wichtigeres zu tun als mein Einjähriges zu feiern. Es war die heiße Phase vor dem Jubiläum. Was ist schon ein Jahr, wenn die Arbeiterwohlfahrt 100 Jahre wird.“


Wie schauen Sie auf das erste Jahr als Geschäftsführer zurück?
 

Veysel Keser: Mit sehr positiven Gefühlen: Ich bin bei allen meinen Begegnungen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Funktionär/innen in den Ortsvereinen, Mitgliedern und Ehrenamtlichen mit einem freundlichen Lächeln aufgenommen worden. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Alle haben mir den Eindruck vermittelt, dass ihre AWO in meinen Händen gut aufgehoben ist. Das ist eine gute Basis für die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten vom Hauptamt bis zum Ehrenamt.
 

Der AWO-Kalender für dieses Jahr zeigt Sie ganz oben auf einer Leiter. Wie kam es dazu?
 

Veysel Keser: Zunächst einmal: Das Bild zeigt nicht nur mich, sondern vor allem unsere Auszubildenden. Ich habe mich ganz oben auf die ‚Karriereleiter‘ stellen lassen, um etwas deutlich zu machen: Eine Ausbildung bei uns bietet beste Aufstiegschancen. Ich habe 1984 als 16-Jähriger meine Lehre bei der AWO begonnen und bin jetzt der Chef. Und wir haben einige weitere leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Azubis bei uns angefangen haben.
 

Was sind oder waren wichtige Meilensteine?
 

Veysel Keser: Wir wollen die Arbeitgebermarke AWO stärken. Gerade in der Pflege sehen wir den Fachkräftemangel. Deshalb ist es wichtig, sich als Unternehmen positiv zu positionieren. Aus diesem Grund haben wir das Foto für den Kalender ausgewählt. Dieses Ziel ist für uns mehr als Marketing. Wir leben das. Hierzu haben wir vier Handlungsfelder entwickelt. Die jeweiligen Projektgruppen bearbeiten die Umsetzung bzw. Einführung. Wir haben dazu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen. Es haben sich bisher viele beteiligt. Eine zweite Runde steht noch aus.
 

Was ist Ihnen noch wichtig?
 

Veysel Keser: Die AWO-Duisburg gliedert sich aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen in mehrere Unternehmen: Die AWOcura übernimmt beispielsweise die Pflege. Die AWO-Integration ist unter anderem in der Jugend- und Familienhilfe sowie in der Migrationsberatung tätig. Bei der AWO-Campus gGmbH sind unsere Arbeitsmarktprojekte in guten Händen und die Serva übernimmt den Hintergrunddienst. Die Haustechnik in unseren Seniorenzentren, das Catering, die Wäschepflege für die Bewohner/innen, die Reinigung sowie das Personal- und Rechnungswesen. Wir haben 3000 Mitglieder in zwölf Ortsvereinen und über 600 Ehrenamtliche. Bei aller Vielfalt steht im Mittelpunkt: Wir alle sind die AWO. Und wir alle zusammen sind das starke Herz für unsere Stadt.
 

Nach einem halben Jahr hatten Sie gleich die erste große Aufgabe, die AWO-Konferenz mit der Weichenstellung für die kommenden vier Jahre. Was musste dabei im Auge behalten werden?
 

Veysel Keser: Die AWO-Konferenz ist in der Tat für uns von großer Bedeutung. Die Versammlung mit etwa 90 Delegierten darf man als das AWO-Parlament verstehen. Die Delegierten aus den zwölf Ortsvereinen wählten den neuen Vorstand, den für weitere vier Jahre Manfred Dietrich anführt. Mich hat der Abschied von Hubert Honnef nach drei Jahrzehnten im Vorstand tief bewegt. Wir konnten an diesem Tag auch Anke Bamesreiter als hauptamtliche Unterstützerin für den ehrenamtlichen Mitgliederbereich vorstellen. Und wir haben einen Ausblick auf die Zukunft geben können.
 

Dann schauen wir doch mal voraus. Was sind die kommenden Aufgaben?
 

Veysel Keser: Mit einem Augenzwinkern möchte ich sagen: Wir haben lange nicht mehr richtig gebaut. Das wollen wir ändern. Zunächst sollen bis zum Jahresende die Stallungen und das Wirtschaftsgebäude auf dem AWO-Ingenhammshof fertiggestellt werden. Wir wollen so schnell wie möglich das Bauprojekt in Laar auf der Friesenstraße angehen. Hier sollen – direkt am Wohndorf mit unserem AWOcura-Pflegeheim – Seniorenwohnungen, eine Tagespflege und zwei ambulant betreute Wohngruppen entstehen. Etwas Ähnliches haben wir in Rheinhausen auf der Friedrich-Ebert-Straße vor. Auf dem Pulverweg soll das AWO-Zentrum Mitte mit unserer Geschäftsstelle und Beratungsangeboten entstehen. Dann haben wir uns vorgenommen, zwei Kindergroßtagespflegen für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren in Walsum und Serm einzurichten.
 

Da haben Sie sich ja viel vorgenommen. Wie bekommen Sie das alles unter einen Hut?
 

Veysel Keser: Indem es nicht nur einen gibt, der bei uns den Hut aufhat. Die Geschäftsführungen unserer Tochtergesellschaften arbeiten eng und vertrauensvoll mit mir zusammen. Wir sind – das gefällt mir sehr – ein richtig gutes Team. Das entlastet. Ebenso gut klappt die Zusammenarbeit mit unserem ehrenamtlichen Vorstand. Auch da spüre ich Vertrauen und Rückhalt. Das macht mein Leben leichter. Wir haben vor, mehrere Millionen Euro zu investieren. Da kann ich nur ruhig schlafen, wenn ich weiß: Alle meine Kolleginnen und Kollegen auf der Führungsebene sind am Erfolg dieser Projekte interessiert und engagieren sich dafür. Dass der Vorstand uns dabei mit seiner Kompetenz begleitet und uns auf unserem Weg in gewisser Weise anführt und antreibt, macht die Aufgabe ebenfalls leichter.
 

AWO-Geschäftsführer zu sein, ist das ein Traumjob?
 

Veysel Keser: Es ist in jedem Fall mein Traumjob. Wir als AWO bewegen etwas in Duisburg. Wir sind für die Menschen da und machen uns für die stark, die genau diese Unterstützung brauchen. Ich bin gern Teil dieses Teams, das dies alles möglich macht. Die Aufgabe ist nicht immer einfach. Sie macht auch nicht jeden Tag Spaß. Aber diese Aufgabe ist von Bedeutung, verantwortungsvoll und bewirkt Gutes. Das empfinde ich als sinnstiftend und durchaus als einen Traumjob für mich.

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